
Gestern haben wir – wie angekündigt – ganz Ávila gewidmet. Besonders der Stadtgeschichte und einer bemerkenswerten Frau: Die Kirche der Hl. Theresa – ein Muss für uns als Radpilger! Diese starke Frau des 16. Jahrhunderts steht für tiefe Gottesbeziehung und beeindruckende Durchsetzungskraft – selbst gegenüber den mächtigsten Männern ihrer Zeit. Respekt!
Am Nachmittag trafen wir auf eine weitere beeindruckende „Persönlichkeit": die Stadtmauer von Ávila – erbaut vom 11. bis 14. Jahrhundert, 2,5 km lang, 88 Türme, 9 Tore und großteils begehbar. Einfach majestätisch!
Heute Morgen dann der Aufbruch bei Sonnenschein – aber eiskalt! Die Eisheiligen haben uns trotz Kalender bis Mittag fest im Griff gehalten. Die N 110 war unser treuer Begleiter: kaum Verkehr, dafür umso mehr Natur pur. Die Weite der Meseta in üppigem Mai-Grün, der Kuckuck mit seiner „Marathonarie", paradiesisches Vogelgezwitscher – und dann dieses besondere Finale:️ Das verlassene Dorf Santa María de los Caballeros: Störche haben die verfallenen Gebäude zurückerobert, nisten auf den höchsten Dächern, und überall recken hungrige Jungstörche ihre Schnäbel nach den Eltern. Ein „Klapperkonzert" der besonderen Art!
Und als Krönung: Unterwegs packt mich plötzlich jemand von hinten am Rad – schiebt mich ein paar Meter an, gibt mir einen Klaps, ruft „¡Buen Camino!" – und ist schon wieder weg. So viel Herz unterwegs!
️78 km, eine schöne Unterkunft, ein gutes Essen für hungrige Radler – und ein traumhafter Pilgertag geht zu Ende.



