"Ihre Arbeit macht unsere Gesellschaft menschlicher"

"Ihre Arbeit macht unsere Gesellschaft menschlicher"

Ein besonderer Tag war der 10. Juni 2026 für 13 Frauenund einen Mann: Sie haben ihr Zertifikat als ehrenamtliche Hospizbegleiterinnenund Hospizbegleiter erhalten. Sechs Monate lang haben sie sich intensiv mitSterben, Tod und Trauer befasst. Nun begleiten sie schwerkranke und sterbendeMenschen – zuhause, in Krankenhäusern oder Heimen.

„Sie haben ein Zeichen gesetzt und viel Energie eingebracht,um Menschen in einer sehr sensiblen Lebensphase zu begleiten“, sagte ChristineGundacker, Geschäftsführerin des Ambulanten Hospiz- undPalliativ-Beratungsdienstes (AHPB) „Lebenswege“ bei der Zertifikatsübergabe amvergangenen Mittwoch. Orientierung, Verlässlichkeit und menschliche Nähe seienwichtiger denn je, vor allem in der Hospizarbeit. „Ihr leistet einen Beitrag,der unsere Gesellschaft menschlicher macht“, betonte Gundacker.

Sechs Monate dauert die Ausbildung zum zertifizierten ehrenamtlichenHospizbegleiter. Das Zertifikat ist bundesweit anerkannt und die Ausbildungfolgt den Vorgaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes.

Die 13 Frauen und der Mann haben sich dabei auf einen Wegeingelassen, der Mut, Kraft und Offenheit erfordert. Das wurde beim Rückblickauf die Themen des vergangenen halben Jahres deutlich. Nach einem zweitägigenGrundseminar im November 2025, in dem es um die Säulen der Hospizversorgung unddie Struktur der Hospizlandschaft in Ludwigshafen und Umgebung ging, folgte derAufbaukurs. In den Räumen des AHPB Lebenswege in Ludwigshafen-Friesenheim lerntendie Teilnehmenden viel über Kommunikation, absolvierten Übungen zu Nähe undDistanz, befassten sich mit eigenen Abschiedserfahrungen und ihrer Biografieebenso wie mit konkreten Themen rund um Sterben und Tod. Ein Praktikum, einAusflug in einen Friedwald und Einblicke in sozial-rechtliche Aspekte undvorsorgende Verfügungen rundeten die Ausbildung ab.

Auch Koordinatorin und Palliative-Care-Pflegekraft KatrinReinhardt blickte auf „bewegende Momente, die nicht immer leicht waren“,zurück. Ein Hospizbegleiter müsse nicht alle Antworten parat haben. Wichtig seies, da zu sein, zuzuhören und auf den schweren Wegen der Patienten mit Mut undRespekt mitzugehen. „Es geht darum, den Menschen zu zeigen: Du bist nicht allein“,gab sie den Ehrenamtlichen mit auf den Weg.

„Unsere Patienten freuen sich schon auf die Hospizhelfer“,verriet Christine Gundacker. Eingesetzt werden sie je nach persönlicherVorliebe bei den Patienten zuhause, in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Neben vielen Experten haben auch der Förderverein Hospiz undPalliativ für Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz -Kreis sowie die BürgerstiftungLudwigshafen die Ausbildung unterstützt.

Info

Weitere ehrenamtliche Hospizbegleiter sind willkommen. Dienächste Ausbildung startet am 20. und 21. November 2026. Der AHPB Lebenswegelädt alle Interessierten am 29. Juli und 1. Oktober zu Informationsveranstaltungenein. Am 22. August und 17. Oktober ist das Lebenswege-Team außerdem auf demFriesenheimer Wochenmarkt zu finden.

www.lebenswege-lu.de

 

Bild (Konrad): 14 neue ehrenamtliche Hospizbegleitererhielten ihre Zertifikate

11.6.26
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