
Am Sonntag, 12. April 2026, verwandelte sich die Friedenskirche in Ludwigshafen-Friesenheim erneut in einen Ort, an dem Musik und Menschlichkeit zusammenkommen. Zum fünften Mal lud das SAP-Sinfonieorche
ster zu einem Benefizkonzert ein, dessen Erlös dem Förderverein Hospiz und Palliativ für die Stadt Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis e.V. zugutekommt.
Unter dem Titel „Schicksal und Sehnsucht" versprach das Programm mit Werken von Mozart, Elgar und Tschaikowsky einen Abend voller emotionaler Tiefe. Rund 200 Zuhörer fanden den Weg in die Kulturkirche, um gemeinsam Musik zu erleben und damit gleichzeitig die Hospiz- und Palliativarbeit in der Stadt und dem Rhein-Pfalz-Kreis zu unterstützen.
Vereinsvorsitzender Tobias Wrzesinski begrüßte das Publikum, darunter Gäste aus Politik, Medizin und die aus Speyer angereisten Ordensschwestern Gertrud und Simone von der St. Dominikus-Stiftung. Sein besonderer Dank galt dem SAP-Sinfonieorchester, das bereits zum fünften Mal zugunsten des Vereins spielte, und dem Team der Friedenskirche um Manfred Storck. „Die Friedenskirche hat ein wunderschönes Ambiente und ein sehr treues Publikum. Wir kommen gerne wieder hierher“, betonte Christian Stumpf, Geschäftsführer des SAP-Sinfonieorchesters. Dieses versteht sich als kultureller Botschafter der SAP SE und engagiert sich regelmäßig in Benefizkonzerten für soziale und gemeinnützige Zwecke.
David Guthier, Sozialdezernent der Stadt Ludwigshafen, fand in seiner Ansprache persönliche Worte. Er dankte dem Förderverein für dessen herausragendes ehrenamtliches Engagement und sagte: „Hospizarbeit bedeutet, Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen. Es geht um Würde, Zeit, Zuversicht und Menschlichkeit. Eine gut aufgestellte Hospizversorgung und Palliativarbeit sei ihm für die Vorderpfalz „ein Herzensanliegen“. „Musik kann trösten, verbinden und Hoffnung schenken, gerade da, wo Worte nicht ausreichen“, zog er dann den Bogen zum Konzert.
Mit Mozarts Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“ begann der Konzertabend unter der Leitung von Markus Neumeyer mit heiter-leichten Klängen. Es folgte das 1919 entstandene Cellokonzert e-Moll von Edward Elgar, dem letzten bedeutenden Werk des Komponisten. „Witz und tiefste Melancholie wechseln sich ständig ab. Es ist ein Werk seiner Zeit, geprägt vom Krieg“, so Neumeyer in seiner Einführung. Herausragend hier die musikalische Leistung von Solist David Neuhaus, der das Werk, das häufig als eines der melancholischsten der Musikgeschichte bezeichnet wird, mit viel Einfühlungsvermögen virtuos interpretierte. Die Zuhörer dankten es ihm mit langanhaltendem Applaus und ließen ihn nicht ohne Zugabe von der Bühne. Der junge Cellist wählte die Sarabande aus Bachs 4. Cello-Suite und widmete sie dem Frieden.
In der zweiten Hälfte stand Tschaikowskys berühmte 5. Sinfonie, auch bekannt als „Schicksalssinfonie“, auf dem Programm. Das 1888 geschriebene Stück übersetzt den unausweichlichen Kampf des Menschen mit dem Schicksal und die Suche nach Trost in musikalische Sprache. Es gebe verschiedene Einschätzungen der Sinfonie, erklärte Neuhaus dem Publikum. Selbst Tschaikowsky sei sich hinterher nicht sicher gewesen, ob es „ein Fehlschlag“ oder doch gelungen sei. Das SAP-Sinfonieorchester lief auf jeden Fall noch einmal zur Hochform auf und füllte den Saal mit einem Klangteppich, auf dem sich die tiefen Gefühle des Schicksalsdramas wunderbar entfalten konnten. Ein Höhepunkt der Sinfonie war das zarte Horn-Solo im zweiten Satz, das die Einsamkeit und Hoffnung Tschaikowskys spürbar machte.
Dr. Anette Konrad
Bilder (Konrad)



