"Wir bekommen wesentlich mehr zurück als wir investieren"

"Wir bekommen wesentlich mehr zurück als wir investieren"

Renate Ladwig und Dietmar Breininger engagieren sich seit vielen Jahren im Hospiz Elias, in der Begleitung von Menschen in einer späten Lebensphase ebenso wie in der Trauerarbeit.

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Seit zwei Jahren betreuen sie gemeinsam einen Kochtreff speziell für trauernde Männer.

Zwei Wege ins Hospiz

Renate Ladwig ist Krankenschwester. Sie kam kurz nach der Eröffnung ins Hospiz Elias. Etwa einmal in der Woche arbeitete sie ehrenamtlich im stationären Bereich. „Ich war vom ersten Moment von ganzem Herzen dabei", erinnert sich die 65-Jährige. Nach einer Pause wechselte sie in die Trauerbegleitung, zunächst bei „Trauer in Bewegung" unter der Leitung von Gabriele Kettenhofen, später unterstützte sie zusätzlich das Trauercafé im Hospiz Elias.

Dietmar Breininger fand über den ambulanten Bereich zum Hospiz. Nach einer Praxisphase auf einer Palliativstation engagierte er sich knapp sieben Jahre im ambulanten Hospizdienst. Eine Kollegin aus der Trauerbegleitung suchte damals gezielt einen Mann für das Trauercafé. „Jemanden, der mit den Männern dort ins Gespräch kommt“, berichtet der Ludwigshafener. Breininger übernahm diese Rolle. Später schloss er eine Ausbildung zum Trauerbegleiter ab und entwickelte in seiner Abschlussarbeit das Konzept „Trauer in Bewegung". „Die Idee entstand während der Corona-Zeit, als Treffen in Innenräumen nicht möglich waren. „Um das Trauerangebot trotzdem zu erhalten, haben wir uns mit den Teilnehmenden im Freien getroffen“, blickt er zurück. Heute koordiniert er zudem die Trauerarbeit im Hospiz Elias.

Kochen als Weg durch die Trauer

Seit Sommer 2024 sind die beiden gemeinsam beim „Kochtreff für trauernde Männer“ aktiv. Die Idee, Kochen und Trauerarbeit zu verbinden, hatte Breininger. Renate Ladwig war sofort mit im Boot. „Während meiner Zeit im stationären Hospiz habe ich oft erlebt, wie hilflos manche Männer nach dem Tod ihrer Partnerin im Haushalt waren. Dietmar hat bei mir mit dieser Idee offene Türen eingerannt", sagt sie. Die monatlich stattfindenden Kochabende sind ein schönes Miteinander – „für die Teilnehmer, aber auch für uns“, so Ladwig.

Zwischen Topf und Pfanne findet mehr statt als Kochen. „Es gab auch schon Tränen beim Essen", sagt Renate Ladwig. „Der gemeinsame Rahmen lässt Trauer zu, ohne sie zum alleinigen Thema zu machen. Vielen Männern fehlt sonst ein Ort, um darüber zu sprechen“, ergänzt Breininger.

Was die Arbeit ihnen persönlich gibt

Für Ladwig ist ihr Ehrenamt ein Geschenk. „Es ist ein großer Luxus, im Ehrenamt meine Zeit einzubringen, ohne angestellt zu sein", sagt die Dannstadt-Schauernheimerin. Diese Arbeit kommt für sie von Herzen, genau das macht sie für sie so wertvoll: „Es braucht das menschliche Miteinander“, ist sie überzeugt.

Breininger sieht das ähnlich. Der 59-Jährige hat Betriebswirtschaft studiert und wird häufig für Vorstandsposten oder als Schatzmeister in Vereinen angefragt. Diese Aufgaben übernimmt er zwar hin und wieder, doch die Freude und Dankbarkeit, die er aus der Hospizarbeit zieht, findet er dort nicht. „Wir bekommen wesentlich mehr zurück, als wir investieren", hat er erfahren.

Am meisten freut die beiden, wenn sich Menschen aus ihren Angeboten wieder treffen und im Alltag in Kontakt bleiben. Genau darum geht es ihnen: dass Menschen wieder am Leben teilnehmen. (ako)

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Hier finden Sie die nächsten Termine des Kochtreffs.

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17.10.26
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